Die Geschichte handelt vom Ich-Erzähler Milan. Milan ist ein ganz normaler Junge aus Versailles. Sein Vater ist Franzose, seine Mutter eine Tutsi aus Ruanda. Die Herkunft seiner Mutter war nie ein Thema, bis zu dem Tag, an dem unverhofft Claude auftaucht. Claude ist ein Verwandter seiner Mutter aus Ruanda und Milan freut sich wahnsinnig über seinen neuen „jüngeren Bruder“. Wie er auftauchte, so verschwindet er auch wieder. Ohne Erklärungen seitens seiner Eltern. Doch die Erinnerung an den kleinen "Bruder" lässt Milan nicht mehr los. Warum hat die Mutter ihn nie erwähnt, warum kennt Milan Ruanda nur aus den Abendnachrichten? Erst als junger Mann reist er nach Kigali, freundet sich wieder mit seinem Cousin Claude an und steht ihm beim Prozess gegen die Mörder seiner Familie bei. Gegen den Willen seiner Mutter beginnt Milan das Familiengeheimnis aufzudecken. Er begreift, dass sich Ruanda noch immer vom Völkermord an den Tutsi erholen muss. Ruanda ist ein junges Land. Fast drei Viertel der Bevölkerung wurde nach dem Völkermord nach 1994 geboren. Anhand dreier Protagonisten beschäftigt er sich mit der schweren Hypothek, die diese Geschichte bedeutet: Stella entzieht sich ihrer Mutter, die bei einem Pogrom vier ihrer Kinder verloren hat, Claude ist selbst Überlebender, Milan, der Ich-Erzähler, ist in Versailles aufgewachsen, will aber als Jurist zurück nach Ruanda. Mit grossem Feingefühl verwebt Faye die verschiedenen Erfahrungen zwischen Frankreich und Ruanda, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Trauma und Bewältigung.
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